Mobile Jugendarbeit / Streetwork
Hinter der Mobilen Jugendarbeit im ländlichen Raum verbergen sich genau genommen vier Arbeitsfelder: die aufsuchende Jugendsozialarbeit beziehungsweise „Streetwork“, die individuelle Beratung und Unterstützung in Form der Einzelfallhilfe, die Cliquen- und Gruppenarbeit sowie die Sozialraum- und gemeinwesenorientierte Arbeit. Mobile Jugendarbeit als Teil der Kinder- und Jugendhilfe übernimmt Anwaltsfunktion, gibt mit ihren Angeboten Antworten auf gesellschaftliche Entwicklungen und stellt sich neuen Herausforderungen. Sie ist eine professionelle, sozialpädagogische und berufsbezogene Hilfe zur Integration und Verselbstständigung benachteiligter junger Menschen bis 27 Jahre.
So sind die Mobilen Jugendsozialarbeiter der AWO in den Gemeinden Pfinztal und Weingarten auf der Straße unterwegs, um Jugendliche und ihre Treffpunkte kennen zu lernen und Kontakte zu pflegen. Sie vermitteln weitere Hilfen, betreuen die Jugendlichen in besonderen Problemlagen und setzen pädagogische Projekte und Angebote um. Da sie den Bedarf der Jugendlichen sehr gut kennen, betreiben sie Lobbyarbeit und sind Vermittler für die Zielgruppe. Die Mobile Jugendarbeit basiert auf den Arbeitsprinzipien der Freiwilligkeit, Akzeptanz und Anonymität. Sie sieht sich als Gast in der Lebenswelt der Jugendlichen, bringt ihnen Wertschätzung und Verständnis entgegen und ist der Schweigepflicht unterworfen. So können tragfähige Beziehungen entstehen, die von Vertrauen geprägt sind.
Probleme wie Jugendarbeitslosigkeit, Armut, Gewalterfahrungen, Straffälligkeiten und riskanter Konsum legaler und/oder illegaler Drogen gehören zum Arbeitsalltag der Mitarbeiter. Sie ermöglichen spezifische Lösungen, erweitern die individuellen Handlungskompetenzen der Jugendlichen und sorgen so für eine Verbesserung der strukturellen Lebensbedingungen. Voraussetzung hierfür ist, dass die Jugendsozialarbeiter über ein gutes regionales Netzwerk zu Behörden und Einrichtungen verfügen, um die Jugendlichen entsprechend weitervermitteln zu können. Sie stellen Kontakte zur Arbeitsagentur her, wenn ein Jugendlicher beispielsweise seinen Ausbildungsplatz verloren hat und unterstützen ihn bei der Suche nach Alternativen.
Auch Präventionsprojekte oder sinnvolle Freizeitgestaltungen bilden einen weiteren Schwerpunkt der Mobilen Jugendsozialarbeit. So entstanden in den vergangen Jahren zum Beispiel Projekte zu den Themen Straffälligkeit und Alkoholmissbrauch. Zur Stärkung der Sozialkompetenzen finden immer wieder erlebnispädagogische Aktionen wie Kanutouren, Klettern und Mountainbiken statt. Bei solchen Aktivitäten sind die Jugendlichen immer mit Eifer dabei und lernen, ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten.
Ansprechpartner
Katrin Isele
Zollhallenstraße 16
76646 Bruchsal
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