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Wasserwanderung der AWO Malsch

Malsch (AWO) Woher kommt das Wasser? Was muss alles geschehen, bevor es als Trinkwasser aus dem Hahn fließt? Diese Fragen wollten sich Betreuer, Kinder und deren Eltern aus dem Malscher Jugendhaus sowie Mitglieder des AWO Ortsvereins Malsch beantworten lassen. Deshalb starteten sie von der Begegnungsstätte der AWO gegenüber dem Rathaus unter der Führung des ehemaligen Wassermeisters der Gemeinde, Herrn Erich Kühn, bei idealem Wetter eine Wanderung in die Geschichte der Malscher Wasserversorgung.

Die Wanderung führte am Waldhaus vorbei über den Kaufmannsbrunnen zum Hochbehälter 2 „Am Bergwald“, der im Jahr 2005 in Betrieb genommen wurde, und schließlich zum größten, dem Hochbehälter 1 am Malscher Freibad.

Durch die sachkundige Führung von Erich Kühn konnten die Teilnehmer sehr viel über die Geschichte der Trinkwasserversorgung vor Ort lernen. Der Aufbau der zentralen Wasserversorgung im Kernort Malsch begann im Jahr 1902 mit der Erschließung der Kaufmannsbrunnenquelle und dem Bau des alten und 1998 stillgelegten Hochbehälters I mit 300 Kubikmetern Inhalt unterhalb der Waldhausschule. Infolge des Bevölkerungswachstums und des steigenden Pro-Kopf-Verbrauchs wurden in den Jahren 1926/1927 im Tannelgrund (Bergwald, in der Nähe des später gebauten Wehrmachtsbunkers) die Untere und die Obere Tannelquelle gefasst und der Hochbehälter II mit 200 Kubikmetern Inhalt an der Straße nach Völkersbach gebaut. Dieser Behälter war bis zum Jahr 2005 in Betrieb.

Nach den extrem trockenen Jahren 1947 und 1949 und dem damit verbundenen starken Rückgang der Quellschüttungen – es gab im Hochsommer teilweise nur an dreimal zwei Stunden täglich Wasser in Malsch – wurde 1950/1951 im Gewann „Speckäcker“ ein Grundwasserwerk für eine genehmigte Entnahmemenge von 30 Litern pro Sekunde gebaut.

1955/1956 wurden die beiden Tannelquellen aus bakteriologischen Gründen stillgelegt. Zur Versorgung des Ortsteils Neumalsch ging im Jahr 1956 das Grundwasserwerk „Stockäcker“ in Betrieb.

Nach Vergrößerung der Baugebiete „Grüne Gärtel“ und „Am Kaufmannsbrunnen“ war 1964/1965 die Erstellung des Hochbehälters III unterhalb der Kaufmannsbrunnenquelle mit 150 Kubikmetern Fassungsvermögen notwendig geworden.

Für die Abdeckung von Wasserverbrauchsspitzen war der alte Hochbehälter I mit 300 Kubikmetern Inhalt mittlerweile zu klein geworden. Deshalb wurde 1997/1998 der neue Hochbehälter 1 beim Freibad mit einem Fassungsvermögen von 1.500 Kubikmetern gebaut und der alte Hochbehälter I stillgelegt. Einschließlich der beständigen Schüttung des Kaufmannsbrunnens verfügt die Gemeinde Malsch für den Kernort über das Speichervolumen eines mittleren Tagesbedarfs. Dies ist wichtig für die Behebung von plötzlich auftretenden Störungen. 1998 wurde beim Pumpwerk „Speckäcker“ auch ein zweiter Brunnen gebaut. Die genehmigte Entnahmemenge von 30 Litern pro Sekunde blieb unverändert.

Im Mai 2005 wurde der neue Hochbehälter 2 „Am Bergwald“ mit 2 Kammern von je 250 Kubikmetern Fassungsvermögen in Betrieb genommen. Er wird vom aufbereiteten Wasser des Kaufmannsbrunnens und dem Wasser des Zweckverbandes Wasserversorgung Albgau gespeist. Der alte Hochbehälter II aus dem Jahr 1926 wurde im Rahmen der neuen Straßenführung nach Völkersbach demontiert.

Für diesen Einblick in die Geschichte und in die technischen Einrichtungen der Malscher Wasserversorgung danken alle Teilnehmer Erich Kühn sehr herzlich. Die lehrreiche Wanderung klang mit einem gemeinsamen Grillen auf dem Kirchplatz neben der AWO-Begegnungsstätte aus.

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